„Das kannst du halten wie die Dachdecker“ – Ein Handwerk für mutige Männer und Frauen - ASDACH - Dachdecker und Fassadenbauer

Geschrieben von | 22. November 2016 | Unternehmen | Keine Kommentare
„Das kannst du halten wie die Dachdecker“ – Ein Handwerk für mutige Männer und Frauen

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert wird mit den Worten „Das kannst du halten wie die Dachdecker“ darauf hingewiesen, dass eine Entscheidung oder Vorgehensweise vollkommen im Ermessen des Angesprochenen liegt – dass also recht willkürlich verfahren werden kann: Hauptsache, das Ergebnis stimmt. Aber wieso muss gerade der Berufstand der Dachdecker als Beispiel für Willkür in Entscheidungsprozessen herhalten? Immerhin ist der Beruf des Dachdeckers anspruchsvoll und setzt viel technisches Wissen, hohe Aufmerksamkeit und genaue Absprachen im Team voraus – das genaue Gegenteil des Laissez-Faire-Spruchs also. Forscher, die sich mit der Herkunft von Redensarten beschäftigen, bieten zu diesem Spruch zwei Erklärungen an.

Erstens könne sich die Phrase darauf beziehen, dass dem Dachdecker von der Straße aus niemand bei der Arbeit zusehen kann. Anders als etwa den Maurer konnten die Bauherren oder Architekten gerade in Zeiten, in denen deutlich weniger Sicherheitsauflagen herrschten, die Dachdecker nicht ständig überwachen und kontrollieren – denn auf’s Dach trauten sich nur die Mutigsten. Somit genoss diese Zunft eine größere Freiheit, was die Einteilung ihrer Arbeit anging. Mut und Schwindelfreiheit wurden belohnt.

Eine zweite Erklärung siedelt die Entstehung der Redensart im Mittelalter an. Erstmals entstanden in dieser Epoche Zusammenschlüsse von Handwerkern in Zünften oder Gilden. Als erste urkundlich belegte Zunft gelten die Wormser Fischer. Die Dachdecker gründeten allerdings erst später eine eigene Zunft. Ein Dachdeckermeister konnte sich deshalb frei entscheiden, welcher handwerklichen Zunft er sich anschließen wollte. Diese Entscheidungsfreiheit könnte im Sprichwort bis heute überdauert haben.

Mut und Expertise im Dachdeckerhandwerk

Fest steht, dass sich die Redensart nicht auf etwaige Willkür oder Faulheit von Dachdeckern bezieht, sondern auf ihren Mut und die besondere Spezialisierung, die diesem Handwerk zugrunde liegt. Dieses Gewerbe hat Tradition – bis heute können sich Dachdecker in der Ausbildung etwa auf Reetdächer spezialisieren. Reet ist eines der ältesten Materialien, die im Hausbau eingesetzt werden und dient wohl seit den ersten Siedlungen als Dachbedeckung. Allerdings ist Reet brandgefährlich. Im Mittelalter wurden deshalb die Reetdächer durch Hartdachdeckungen ersetzt. Seitdem kommen immer neue Materialien und Techniken der Dachdeckung hinzu. Tradition und Moderne gehen Hand in Hand, und die Dachdecker sind weiterhin schwindelfrei und immer auf dem Laufenden.

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