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Auf Baustellen lauern jede Menge Gefahren: Unfälle, Unwetterschäden, Feuer oder Diebstähle. Für Bauherren sind die finanziellen Risiken hoch. Sich rechtzeitig dagegen abzusichern, ist ein absolutes Muss.

Risikobehaftet ist ein Bauprojekt nicht erst mit Beginn der Bauphase. Bereits der Kauf des Bauplatzes erfordert ein Auseinandersetzen mit passenden Versicherungen. Denn: Auch unbebaute Grundstücke sind reich an Stolperfallen für Passanten und Besucher. Besonders Kinder fühlen sich von Baustellen magisch angezogen. Kommt es zu einem Unfall, ist der Bauherr zu Schadensersatz verpflichtet. Wohl ist dem, der sich frühzeitig informiert und vorbereitet. Welche Bauversicherung in welchem Fall greift, erklären wir in diesem Beitrag.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Der Name sagt es schon – auf diese Versicherung sollten Sie nicht verzichten. Sie bietet Schutz vor Ansprüchen Dritter. Der Umfang des Bauvorhabens legt fest, wie hoch die Beiträge für die Versicherung ausfallen. Bereits ab einem Einmalbeitrag von 30 Euro starten die Prämien. Fällt die gewünschte Absicherung umfangreicher aus, werden bis zu 1.000 Euro fällig. An dieser Stelle lohnt sich Vergleichen, denn die Preise weichen bei einzelnen Versicherern um das Zehnfache ab.

Für kleinere Modernisierung- oder Umbaumaßnahmen greift die private Haftpflichtversicherung. Abhängig vom Tarif sind darin Bauvorhaben bis zu einer festen Summe wie 25.000 oder 50.000 Euro abgedeckt. Bei höheren Kosten entfällt die private Haftpflicht vollständig. Ein Blick in die Versicherungspolice gibt Aufschluss über die verschiedenen Bedingungen und die Gültigkeitsdauer.

Bauleistungsversicherung

Um die gesamte Bauphase abzusichern, bietet sich die Bauleistungsversicherung an. Als Vollkaskoversicherung leistet sie Ersatz bei Unwetterschäden und Vandalismus. Werden festinstallierte Bauteile gestohlen, springt sie ein. Auch durch Bauarbeiter fahrlässig angerichtete Schäden fallen darunter.

Nicht gedeckt sind normale Witterungsschäden sowie der Diebstahl von ungesichertem Baumaterial und Werkzeugen. Für die Selbstbeteiligung sehen die Versicherungen in der Regel zehn Prozent, je Schadensfall mindestens aber 150 Euro vor. Umfangreiche Leistungen lassen sich bereits bei günstigen Angeboten finden.

Bauhelferschutz

Auf die Hilfe von Nachbarn und Freunden sind viele Bauherren angewiesen. Damit sie sich gefahrlos auf der Baustelle bewegen können, sollten sie über die Bau-Berufsgenossenschaft gesetzlich gegen Unfälle zu versichern. Beläuft sich der Einsatz auf weniger als 40 Stunden der gesamten Bauzeit, ist eine Anmeldung der Helfer nicht erforderlich. Darüber hinaus bestimmt sich der Betrag nach der Dauer der Hilfe: Für jeden angemeldeten Helfer fallen pro geleisteter Arbeitsstunde zwischen 1,19 Euro und 1,40 Euro an. Der Mindestbeitrag beträgt 100 Euro.

Private Bauhelferversicherungen

Private Unternehmen schützen Bauhelfer sowie Bauherren zusätzlich vor Invalidität. In dem Fall erwartet die Betroffenen abhängig von der gewählten Versicherungssumme eine Geldleistung. Das Absichern eines Krankenhaustagegelds und einer Todesfallleistung ist ebenfalls möglich. Die Kosten für vier Bauhelfer belaufen sich auf 131 bis 209 Euro pro Jahr, ohne eine konkrete Stundenzahl anzugeben.

Bauherrenschutz

Öffentliche Unfallkassen schließen nicht automatisch Bauherren mit ein. Um am eigenen Haus Hand anzulegen, steht einem die Bau-Berufsgenossenschaft zur Seite. Die Versicherung lässt sich auch nur für wenige Monate abschließen, sodass sie mit Beendigung der Bauphase ausläuft. Die Leistungen orientieren sich daran, was einem normalen Arbeitnehmer bei einem Unfall zusteht.

Zusätzlich eine private Unfallversicherung abzuschließen lohnt sich insofern, als dass die gesetzlichen Unfallrenten nicht gerade üppig ausfallen. Für den Vertragsabschluss ist ein Blick in den Leistungskatalog ratsam, um Unfälle auf der Baustelle explizit in der Liste ausfindig zu machen.

Wohngebäudeversicherungen

Noch bevor die Bauarbeiten beendet sind, steht das Abschließen einer Wohngebäudeversicherung an. Bei Sturm-, Blitz- und Leitungswasserschäden springt diese Versicherung genauso ein wie bei Feuerschäden. Um vor zunehmenden Unwettern gefeit zu sein, lohnt es sich, Elementarschäden durch Überschwemmungen, Erdrutsche oder Ähnliches mitzuversichern. In den meisten Gebäudeversicherungen ist der Rohbauschutz gegen Feuer kostenfrei inbegriffen. Idealerweise beläuft er sich auf zwei Jahre.

Für den Versicherer des Wohngebäudes muss der Abschluss der Bauarbeiten ersichtlich sein. Denn erst zu diesem Zeitpunkt wird die Versicherung aktiv und sichert gegen Gefahren wie Sturm und Leitungsrohrbruch ab. Wenn Sie sich an der Versicherungssumme selbst beteiligen, dürfen Sie mit einer deutlich günstigeren Prämie rechnen. Weitere Faktoren für die Höhe der Prämie sind Alter sowie Lage des Gebäudes (Hochwassergefährdung, Leitungswasserqualität, Sturmrisiko). Der Vertrag ist generell als gleitende Neuwertversicherung abzuschließen. Damit kommt dem Eigentümer etwa beim Brand des alten Hauses das Geld zum Bau eines neuen zugute.

Grundsätzlich gilt: Machen Sie sich vor Vertragsabschluss über Versicherungssummen und -bedingungen schlau. Ist die Absicherung zu niedrig, sind Sie mit einer privaten Unfallversicherung auf der sicheren Seite. Die Preise orientieren sich an den Leistungen, dem Wert und der Dauer des Bauprojektes. Teilweise variieren sie stark nach Regionen – ein Vergleich lohnt sich.

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