Grundstückskauf für das eigene Haus - worauf achten?

Geschrieben von | 13. April 2015 | Rohbau | Keine Kommentare
Grundstück als Privateigentum

Für Viele sind sie der Traum schlechthin – die eigenen vier Wände. Damit böse Überraschungen ausbleiben, gilt es eine solche Investition mit Sorgfalt und Weitblick zu planen. Das fängt beim Kauf des Grundstücks an.

Nach ersten losen Ideen und Spinnereien beginnt das Abenteuer Eigenheim erst – das passende Grundstück muss her. Von den örtlichen Gegebenheiten hängt die weitere Planung entscheidend ab. Aus finanzieller Sicht bieten die verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedliche Möglichkeiten: Während in südlichen (Groß-)Städten bezahlbare Bauplätze rar sind, übersteigt das Angebot im Norden und Osten häufig die Nachfrage.

Lage: Vor- und Nachteile abwägen

Unabhängig von der Region sind Grundstücke in Städten und näherer Umgebung grundsätzlich teurer. Der Blick aufs Land entlohnt dagegen mit günstigen Angeboten. Trotz der preiswerten Verlockung gilt es die Entscheidung sorgfältig abzuwägen: Steigende Spritkosten, zeitintensive Wege, eine unzureichende Versorgung und eine schlechte kulturelle und soziale Infrastruktur lassen die anfänglichen Vorteile schnell verpuffen.

Um diesem Dilemma zu entgehen, lohnt sich folgender Kompromiss: Statt eines frei stehenden Eigenheims auf großer Fläche, kann sich ein stadtnahes Doppel- oder Reihenhaus als bessere Alternative erweisen. Diese Varianten kommen mit einer geringeren Grundfläche aus: Gegenüber 500 Quadratmetern Grund eines Einfamilienhauses sind sie bereits ab 250 Quadratmetern realisierbar. Auch die Baukosten liegen bis zu 15 Prozent unter dem Schnitt eines frei stehenden Hauses.

Grundstück prüfen (lassen)

Neben Angaben zu Preis und Größe des Grundstücks sind weitere Informationen vor dem Kauf einzuholen: Der Bebauungsplan gibt Auskunft über Art und Größe der möglichen Bebauung sowie geplante Maßnahmen in der Umgebung. Für weiträumigere Pläne zu Umgehungsstraßen, Hochspannungsleitungen oder Gewerbegebieten liefert der Flächennutzungsplan die entsprechenden Informationen. Beide Dokumente sind in der jeweiligen Gemeinde einzusehen.

Auf der sicheren Seite sind Sie mit einer professionellen Bewertung des Grundstücks durch einen Sachverständigen. Ein solches Gutachten ist zwar nicht ganz preisgünstig, wappnet Sie aber mit allen nötigen Informationen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Ein Blick in die Kaufpreissammlung des regionalen Gutachterausschusses kann ebenfalls hilfreich sein.

Zeit für Suche und Planung

Wichtiger Bestandteil der Such- und Planungsphase ist – Zeit. Ein geeignetes Bauland und den passenden Haustyp zu finden dauert schnell ein Jahr. Ist diese Hürde geschafft, nehmen die Überlegungen bezüglich Finanzierung und Baugenehmigungen weitere sechs bis neun Monate ein. Die eigentliche Bauzeit beträgt je nach Haustyp vier bis 15 Monate. Von den ersten Ideen bis zum Einzug ziehen also in der Regel zwei bis drei Jahre ins Land.

Mit Weitblick investieren

Da es sich bei einem eigenen Haus meist um eine einmalige Investition handelt, gilt es diese mit Sorgfalt und Weitblick zu planen. Statt am falschen Ende zu sparen, zahlt es sich auf lange Sicht aus, auf zukunftsfähige Wärmedämmung, regenerative Energieträger und effiziente Heiztechnik zu setzen.

Mit Blick auf das Alter lohnt es sich, den Grundriss flexibel zu gestalten: Mehrere gleich große Räume lassen sich im Laufe der Jahre variabel nutzen. Leicht entfernbare Wände ermöglichen bei Bedarf eine angepasste Nutzung. Um die Quadratmeterzahl wie auch die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben, ist eine gut durchdachte Planung gold wert. Anstelle einer zu großen Wohnfläche ist es sinnvoller, das Augenmerk auf die barrierefreie Ausstattung zu legen: Von breiteren Türen, viel Bewegungsfreiheit in Küche und Bad und einem Verzicht auf Schwellen und Stolperfallen profitiert jeder. Darin inbegriffen ist die Möglichkeit, im Alter auf einer Ebene in gewohnter Umgebung wohnen zu können.

Im Kommen: Bauen im Bestand

Ein Haus von Grund auf neu zu errichten ist eine Variante unter vielen. Einer wachsenden Beliebtheit erfreut sich das städtische Wohnen in reaktivierten und sanierten Industrie- und Gewerbebrachen oder anderen genutzten Immobilien. Ein gewachsenes Wohngebiet mit ausgeprägter Infrastruktur locken genauso wie eine Erweiterung der Wohnfläche sowie eine Verbesserung von Energieverbrauch und Wohnkomfort. Eine professionelle Beratung liefert einen Überblick über Umfang und Kosten der nötigen Maßnahmen. Als ökologisch sinnvoll erweist sich außerdem das Nutzen von Baulücken und Brachflächen.

Sich für den Traum aus den eigenen vier Wänden Zeit zu lassen, ist nicht nur aus finanzieller Sicht ratsam. Den sozialen und zwischenmenschlichen Belastungen gilt es ebenso mit einer umfassenden, entspannten Planungsphase zu begegnen.

Beitragsbild: Denise / pixelio.de

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